das war wohl doch nix mehr mit gesteigerter schreibmotivation…bin zurueck in schlaaaaannnndddd-land (unglaublich, dass den deutschtuemmler_Innen dies als kosenamen fuer ihre heimat erkoren haben…) und such mir grad ne neue butze in DER stadt. muss nun also nur noch raufinden, wie mensch bei blogsport nen blog wieder loescht. :)
nach langer zeit raffe ich mich nochmal auf, einen blogeintrag zu verfassen, aber ich gelobe besserung ;)
hiermit sei nur kurz mitgeteilt, dass ich georgien schon was laenger hinter mir gelassen habe und sich niemensch sorgen machen muss. nunja, oder ggf. doch, versuche grad der versuchung zu widerstehen mir ein hisbollah t-shirt oder eine nasrallah armbanduhr zuzulegen…gut, dass es keine guertelschnallen mit seinem kontferfei gibt, sonst waer es um mich geschehen ;) und nun geht es erst mal das (nun doch nicht ganz so toll wie legendaere) nachtleben beiruts geniessen.
nach 31 tagen iran bot aserbaidschan ein ganz anderes bild. viele fette autos, rock tragende, unverschleierte frauen und viele im oelgeschaeft arbeitende expats. in baku wurde dann auch erst einmal ausgiebig alkohol konsumiert, sich besserer nahrung erfreut und den bohrmukkeln (so nennen sich die auf oelplatformen arbeitenden jungs) beim umgang mit prostituierten zugeschaut. bei den aseris sind goldzaehne uebrigens unglaublich hipp.
dass das land immense einnahmen aus dem oelgeschaeft hat, schlaegt sich weder in den strassen noch in der uebrigen infrastruktur wieder. da aber im herbst „wahlen“ anstehen wird zumindest momentan ueberall was gewerkelt. von demokratie, freier meinungsaeusserung und pressefreiheit kann aber keinerlei rede sein und laut einem bei der osze bediensteten sind auch keinerlei veraenderungen zu attestieren. so wird abermals ilham das von seinem vater uebernommene praesidentenamt bekleiden und den reichtum seiner familie weiter mehren.
im gegensatz zum iran ist die verkehrssituation aber deutlich besser. dies liegt daran, dass die grosszuegig bebauchte verkehrspolizei sehr hinter verkehrssuendern her ist, um ihr monatliches gehalt etwas aufzubessern. klar, die 10.000 usd die es braucht um polizist zu werden muessen ja wieder reinkommen. insegesammt ist korruption ein riesiges problem und posten im oeffentlichen dienst gibt es nur fuer entsprechende gegenleistungen.
toursistisch gibt es im land nicht allzuviel zu sehen (piplines und battalione von strommasten mal ausgenommen) und auch das preis-leistungs-verhaeltnis lud zum relativ schnellen weiterreisen nach georgien ein.
nachdem der iranische grenzbeamte meine aufenthaltstage gezaehlt hatte, zah er mich an und gestikulierte, dass ich einen tag zu lang im iran gewesen sei. ein kurzes telefonat folgte und auf mein kopfschuetteln und angedeutetes „du kannst nicht zaehlen“ bewies er mir mit hilfe seines kalenders, dass ich nicht zaehlen kann, schaute mich veraechtlich an und drueckte den stempel in meinen pass…glueck gehabt. dieses hielt aber nur maessig lange an, denn die aserbaidschanischen grenzbeamten machten erst einmal 1.5 std mittagspause und wollten uns danach nicht ins land lassen, da die aserbaidschanische botschaft leider vergessen hatte den visumsstempel korrekt auszufuellen. nach einer weiteren stunde hin und her und der engagierten hilfe eines soldaten hiess es dann aber doch noch “ welcome to aserbaidschan“.
auf voelliges unverstaendnis stoesst im iran die tatsache, dass es menschen gibt, die kein fleisch (d.h. auch kein haehnchen oder fisch) essen, welches den absoluten hauptbestandteil der iranischen kueche ausmacht. ein klassischer iranischer kebab besteht aus zwei fleischspiessen, einem teller reis und einer gegrillten tomate – keine sauce. ansonsten wird, klassisch asiatisch, so ziemlich alles gegessen was ein tier hergibt. eine traditionelle fruehstuecksart besteht aus brot und einer suppe aus ausgekochten schafskoepfen und diversesten anderen tierteilen.
im gegensatz zur tuerkei sind restaurants im iran nicht sehr zahlreich gesaeht (teehaeuser im uebrigen auch nicht), da die menschen meist zuhause essen oder mit der familie im park picknicken. fast-food hingegen gibt es fast an jeder ecke, so dass es fuer mich wenigstens ab und an eine vegetarische pizza drin ist, was einen erheblichen fortschritt gegenueber kaese pide in der tuerkei darstellt, da noch ein bisschen gemuese drauf ist (tomatensauce gibts aber nicht, was das ganze recht trocken macht). allerdings passiert es schon ziemlich oft, dass auch die fast food option nur fleischhaltig zu bekommen ist. so habe ich gestern mitnichten die letzte ruhestaette khomeinis voller demut umrundet, sondern vergeblich versucht eine falaffel o.ae. zu ergattern.
auch ein zettel welcher meine speziellen beduerfnisse aus persisch beinhaltet hilft relativ haeufig nicht weiter, so dass ich schon ein paar mal nach stundenlangem (!) suchen dazu uebergegangen bin, haehnchenstuecke aus der suppe zu fischen und die suppe zu essen um nicht zu verhungern!
positiv ist hingegen zu vermerken, dass die iraner_Innen auf fruchtshakes und eis stehen und somit zumindest der vitaminhaushalt gedeckt werden kann. unser erster versuch eins zu bestellen indem wir auf den nachbartisch zeigten, endete in der kombination moehrensaft mit softeis – klingt fies, ist aber garnicht so schlimm, was nicht heisst dass es lecker ist :)
ps: um weiteres mitleid zu erheischen sei noch angemerkt, dass mein letztes hotelbett bettwanzen hatte und meinen koerper nun ueber huntert kleine, juckende, rote huegelchen zieren.
mitunter mag mensch ja dazu neigen, die ausfaelle ahmadinedschads als belustigend wahrzunehmen. allerdings entspricht dieses kaliber durchaus der propaganda in den iranischen zeitungen. beispielhaft sei hier ein artikel der theran timesangefuehrt, welcher gut verdeutlicht, wer an allem schuld ist.
Persian Gulf islands are inseparable part of Iran
TEHRAN – The Persian Gulf islands of Greater and Lesser Tunbs and Abu Mussa are and will remaininseparable part of the Iranian soil, an Iranian official said in response to recent ownership claims over the three islands by the United Arab Emirates.
The statements of certain Emirati officials are influenced by extra-regional enemies including the Zionist regime, the official said, adding that the enemies can not waver Iran’s permanent sovereignty over the islands, the official told IRNA on condition of anonymity.
He said Israel is making desperate efforts to sow discord between regional countries.
The Zionist regime is trying to magnify the misunderstanding over the Abu Mussa Island, he noted, insisting that the misunderstanding can be cleared up in talks between Iran and the UAE
ausgiebigste hetze gegen das zionist regime und die usa machen neben berichten ueber oel und seinen preis (benzin wird hier naemlich grad auch recht teuer, da 40% des gesamtbedarfs in ermangelung von raffineriekapazitaeten aus dem ausland gekauft werden muessen) einen grossteil der „berichterstattung“ aus.
die im gegensatz zur regierungstreuen tehran times als balanced geltende iran daily schreibt ueber den letzten report der internationalen atomenergiebehoerde:
Ready for Unconditional Talks
TEHRAN, Jan. 30--Foreign Minister Manouchehr Mottaki and the United Nations Secretary-General Ban Ki-moon discussed on Tuesday international and regional issues, as well as Iran’s nuclear program.
Meeting on the sidelines of the Eighth Summit of the African Union in Ethiopia, Mottaki referred to the need for UN structural reform, ISNA reported.
He noted that the prevailing international conditions and unilateral moves of some big powers call for a more active and effective presence of the UN in international relations.
Commenting on Iran’s nuclear program, Mottaki noted that Iran acts within the framework of the Non-Proliferation Treaty and is ready to take part in negotiations without any preconditions and in an atmosphere free from political pressures.“We cannot ignore and forget the rights of our own people,“ he said. Ban, for his part, said the use of nuclear technology for peaceful purposes within the NPT regulations is the right of all countries. Emphasizing the need for confidence-building for making use of nuclear technology, Ban expressed hope that Iran and the European Union would resume negotiations and reach an agreement.
Ban expressed his readiness to help resume Iran-EU talks.
klingt gut. allerdings wurde der grossteil des berichts einfach ignoriert. der sagt naemlich was ganz anderes wie spon fuer uns an dieser stelle herausstellt.
viele gespraeche mit iranern foerderten weiteres zutage. so kommt die enge freundschaft die iraner und deutsche miteinander verbindet daher, dass beide aryan roots haben und derselben race angehoeren. darauf sind die perser naemlich maechtig stolz und grenzen sich rassistisch gegenueber afghan_Innen (die im uebrigen den groessen fluechtlingsanteil hier stellen und besonders von rassismus betroffen sind) und araber_Innen ab. gross, blond und blauaeugig waren hier aber bisher nur touris. um die tolle freundschaft nicht auf die probe zu stellen, war es wohl besser die giftgaslieferungen (bzw. die anlagen zur herstellung von diesem) deutschlands an den irak, was tausende iraner_Innen das leben gekostet hat, nicht anzufuehren.
mittlerweile hab ich auch eine person getroffen die ahmadinejad gut findet und weitere die ihn unglaublich beschissen finden (toll war ein opa der auf der strasse „ahmadinejad – son of a bitch. khomeini son of a bitch“ schimpfte und weitere namen verfluchte, die vermutlich imanen zuzurechnen sind) und es als madness und crazy bezeichnet haben, dass er israel ausloeschen will, gefolgt von den bedenken, dass danach die usa den iran ausbomben wuerden. ob nun die eigene existenzangst der alleinige grund ist – schwer zu sagen. bei einem hab ich mich getraut weiter nachzufragen wie er zum israel-palaestina konflikt steht und er ist der meinung, es ginge den iran schlicht und einfach nichts an und er solle sich raushalten, ausserdem gaeb es im iran ne menge armer menschen und das geld sollte nicht nach palaestina fliessen.
lustig war, als zwei studis sich nach unserer meinung zu kernkraft erkundigten. eine generelle ablehung von dieser, diverseste argumente dagegen und ein beispielhaft bemuehter atomausstieg dlands (jaja ich weiss, ist als argumentatives mittel zu sehen) fruchteten jedoch in keinster weise. zwar entgegneten sie, dass wir offensichtlich mehr ahnung davon haetten als sie, aber der iran brauche nuclear energy um weiter zu kommen: im medizinischen bereich, in der industrie und in der bildung. weitere ausfuehrungen, dass diesbezueglich keinerlei notwendigkeit fuer atomenergie besteht (inklusive aufzaehlen von laendern ohne kernkraft die „developed“ (ihre ausdrucksweise) sind) waren fuer die katz und es kam ein mantra artiges wiederholen der unabdingbarkeit der kernenergie fuer den iran – da klappt die propaganda von channel one wohl ganz gut.
weiterfuehrend habe ich gelernt, dass die amerikaner leute angestiftet haben die oelquellen in kuweit anzuzuenden, um diese dann zu loeschen und im gegenzug fuer 50 jahre 50% des oels umsonst zu bekomme und das ahmadinejad fuer die usa, uk und israel arbeitet und sein ziel den iran zu schaedigen ist bekam nic heut von einem architekturstudenten in einer moschee erklaert…
der/die geneigte leser_In wird sich schon gefragt haben, was es denn mit dem untertitel des blogs auf sich hat. ziel der reise ist es massenhaft karma punkte zu sammeln um im naechsten leben nicht als lurch o.ae. wieder geboren zu werden.
mal sehen was ich bisher so habe: neben dem besuch von diversesten moscheen und einer armenischen kirche kann ich bisher den besuch einer kreuzfahrerburg anfuehren, mount ararat hab ich gesehen (dort soll noahs arche gestrandet sein), die gebursthoehle von abraham wurde besichtigt (diese war natuerlich gruen ausgeleuchtet und leider hinter einer plexiglasscheibe verborgen), takht-e soleiman, eine wichtige tempelanlage der zoroastristen wurde gewuerdigt, das potentielle grab von ali (sohn von mohammed) in dem dann doch ein anderere begraben wurde, wurde bepilgert und das grab daniels angeschaut (der mit der loewengrube). letzterer ist eigenlich eine juedische mythenfigur und hat nur nebenbei ein bisserl was mit dem islam zu tun, das haelt die iraner aber komischer weise nicht davon ab trotzdem zu seinem grab zu pilgern. in choqa zanbil (ein elamiten tempel) und atesh kadeh (ein zoroastristen feuertempel mit einem feuer dass seit 470 n. chr. brennt) vorbeigeschaut und nicht zu vergessen in istanbul vor einem wanderstock von moses und einer versilberten regenrinne der kaaba (wurde durch eine vergoldete ersetzt) erstarrt.


